Die Buddik - e Story aus Dengmoad oder eine Geschichte aus dem Saarland.
(ZDF/BRD/Saarland/St. Ingbert 1982) Regie: Frank Guthke, Drehbuch: Heinrich Kraus, Darsteller: Hans Elvenspoek als Matz Uhl, Hildegard Wahry als Elsje, "Senkel" Albert Weisgerber als Schang, Ute Lang, Gerd Schlaudecker, Manfred Jung, Bergkapelle St. Ingbert, Chor der Brauerei Becker u. v. a. m. 83 Minuten, am 31.5.1983 im ZDF ausgestrahlt

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Manchmal hatte es den Anschein, als wollten die Autoren Heinrich Kraus (Buch) und Frank Guthke (Regie) in ihrem Film zwei Geschichten erzählen. - eine über das Leben in der saarländischen Stadt St. Ingbert mit ihren von Grube und Kirche geprägten Tradition und eine andere über das Altern, von Menschen wie von Häusern.

Im Mittelpunkt steht Matz Uhl, ein 74-jähriger Witwer, der mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelin in seinem alten Bergmannshäuschen, der Buddik, zusammenlebt. Bedächtig, behäbig fast, wird zunächst der Alltag dieser Familie beschrieben, der Wunsch der Kinder nach eigenen vier Wänden und der beharrliche Mut des alten Matz, an seinem Haus wie an der Überzeugung festzuhalten, dass es sich lohnt, sich engagiert einzumischen. So läuft er streitbar durch die Stadt, übt mit seinen drei Freunden ein Bläserquartett ein, legt sich mit dem Fußballtrainer an und verliebt sich in das Elsje. Und nun geht es um Romeo und Julia in St. Ingbert, um eine Beziehung, die allenthalben Anstoß erregt und deshalb scheitern muss. Am Ende steht Matz am Grab eines Freundes, einsamer denn je. Die Klagen eines jungen Mannes über die Schwierigkeiten, alte Häuser zu sanieren, liefern den Kommentar zu den vergeblichen Versuchen des Alten, noch einmal glücklich zu sein.

Da die Autoren ihre Geschichte ganz natürlich erzählten, ohne Volkstümelei und ohne Arroganz gegenüber Personen und Milieu, da zudem Hans Elwenspoek die Hauptfigur mit einer gelassenen Noblesse ausstattete und die Laiendarsteller ihr Spiel beherrschten, konnte ein Film gelingen, der ganz unprätentiös seine Sache vertritt, - zuweilen komisch, zuweilen traurig oder langatmig gemütlich, aber immer ganz nah an der Realität. (Renate Hengsberger, SZ, Nr. 126, 2. Juni 1983)

Dass die Mundart und "Die Buddik" auch ein wissenschaftlich literarischer Gegenstand ist, zeigt die Behandlung von "Die Buddik" in einem Kolloquium an der Universität des Saarlandes letztes Jahr. Und wer genau hinhört, stellt schon die Besonderheit der saarländischen Mundart in der Unterscheidung zwischen dem Mosel- und Rheinfränkischen Dialekt fest. Das Besondere dieses Films liegt also einerseits in einer milieuechten sprachlichen Vermittlung, die selbstverständlich auch Dialekte mit einschließt, andererseits in der nicht eben häufig behandelten Thematik der Liebesgeschichte älterer Menschen.