Aktuelles    Archiv   
 
 

News

21.01.2011

Max-Ophüls-Tipps von SZ-Redakteur Tobias Kessler

Der  Brand
DER BRAND
Es ist der packendste Film dieses Wettbewerbs: „Der Brand“ von Brigitte M. Bertele, die Geschichte von Gewalt und deren langer, lebensbestimmender Nachwirkung. Eine junge Frau (intensiv gespielt von Maja Schöne; Foto) wird von einer Zufallsbekanntschaft vergewaltigt. Sie erstattet Anzeige, doch der Täter wehrt sich juristisch: Alles sei in beiderseitigem Einvernehmen geschehen, sie möge es eben gerne „ein wenig härter“. Von Ihrem Anwalt hört sie Sätze wie „Gehen Sie mal nicht zugrunde an Ihrem Selbstmitleid“, von ihrem überforderten und buchstäblich verständnislosen Lebensgefährten den Ratschlag, „das jetzt mal ruhen zu lassen“. Wie das Opfer versucht, die juristische wie die emotionale Ohnmacht hinter sich zu lassen und wieder die Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen, erzählt dieser kammerspielartige Film mit höchster innerer Spannung. Er konzentriert sich dabei ganz auf das Opfer. Die Drehbuchautorin Johanna Stuttmann hat dankenswerterweise kein Krimi-Psychoduell entworfen, auch wird nicht versucht, die Tat oder den Täter zu erklären – was würde das nützen oder aussagen? Ein düsterer Film über einen schwierigen Weg zurück ins Leben , der ohne einen letzten Umweg, das ist die schmerzhafte Pointe des Films, nicht gelingt. So 14.15: CS 2.
----------------------------------
Papa Gold
PAPAGOLD
....Um Verantwortung und den nicht zu leugnenden Reiz der Verantwortungslosigkeit geht es in „Papa Gold“ , dem Regiedebüt des Schauspielers Tom Lass. Ohne Drehbuch und nahezu ohne Budget locker improvisiert, hat der Film eine Atmosphäre des Direkten, Unerwarteten; manche Dialoge und Szenen laufen dabei ebenso ins Leere wie im wirklichen Leben . Lass als tief verunsicherter Studenten-WG-Casanova, der seine Freundinnen mit den immergleichen eisigen Floskeln abserviert, passt dabei bestens zu Peter Trabner: Der spielt den Stiefvater als leidensfähigen Sympathen mit Spießer-Charme, der mit seiner Frau gereizte, direkt aus dem Leben gegriffene Telefonate führt. In einem Wettbewerb mit vielen ausgefeilten, dabei manchmal auch etwas glatten Filmen ist diese improvisierte Geschichte sehr willkommen.
So 13.30: FH.
----------------------------------
Sandmann
DER SANDMANN
„Interessante Metapher!“ Das klingt wie ein typischer Kritikersatz, ist aber das, was der junge Benno von einem Psychologen zu hören bekommt – denn Benno verliert Sand; er rinnt ihn aus den Hosenbeinen, aus dem Ärmel, ins ganze Leben . In „Der Sandmann“ zeigt der Schweizer Regisseur Peter Luisi (auch Drehbuch) ein Händchen für skurrile Einfälle, für Wendungen, für Hintersinniges. Erzählt wird die Geschichte eines hemmunglosen Egoisten, der sich seinen Lebenslügen stellen muss, von denen er nicht einmal wusste, dass sie Lügen sind. Eine frische Komödie mit einer der originelleren Liebeserklärungen und einer schönen Folterszene – so also peinigen Briefmarkensammler ihre Opfer. In der Behandlung von Traumebenen wirkt „Der Sandmann“ zudem wie das filmische Gegenmodell zum pompösen „Inception“.
Sa 13.30: CS 1; So 20: CS 1.
-------------------------------
Der Albaner
DER ALBANER
Ein Schnellimbiss, ein steriles Hotel, eine Tanke, rundum blasse Ödnis – so sieht also das gelobte Land aus , das man, wenn man Glück hat, mit einem Mercedes wieder in Richtung Albanien verlässt. Von dort ist Arben nach Deutschland gereist, illegal und viel zu Fuß: 10 000 Euro braucht er, um in seiner Heimat seine schwangere Freundin heiraten zu dürfen. Doch als Illegaler ist er jeder Willkür ausgesetzt, nach Putzjobs landet er bei einer Schlepperbande, seiner einzigen Chance, das Geld zusammenzubringen. Johannes Naber, der aus dem Dokumentarischen kommt, gelingt mit seinem Spielfilmeinstand „Der Albaner“ das spannende Porträt eines Verzweifelten und einer Situation, die keine Alternativen lässt. Gut gespielt, mit Tempo und viel Atmosphäre, ohne Schnörkel inszeniert – ein souveränes Debüt.
So 16.30: CS 4.


Zurück
 
Kinowerkstatt
Pfarrgasse 49
66386 St. Ingbert

Tel: 06894 36821 (Büro)
Mobil: 0176 54461046
Fax: 06894 36880

E-Mail: kinowerkstatt@gmx.de




Aktuell

...


Zum Jazz - Festival:


----------------

Fr. 29. März, 19 Uhr:

Ausstellung und Film:
"Das Erbe der 68er - Als die Revolte ins Saarland kam"
von Sven Rech.


----------------

----------------



-------------------

Reihe: "Jazz im Film"!
Programm als pdf
----------------


Quelle: programmkino.de

--------------


----------------




Die wolf-kinos!
----------------------


----------------------



Freddy Krüger auf dem Weg in die Kinowerkstatt!
--------------



Bernhard Wicki-Friedensfilmpreis für "Elser"!
weiter..

-------------------

...probelesen - abonnieren!

----------------------



-----------------------


Neue Rubrik: Fundsachen:



...klicken und finden!
--------------------

Aktuelles Programm!


-------------------



Roland Klick:
Außenseiter des deutschen Films

Zwei Filme:
Deadlock und
White Star
+ Sandra Prechtels Porträt
"Roland Klick - The Heart
is a Hungry Hunter"
zu
seinem 75. Geburtstag!
..in der Mediathek 3sat!

------------------

Filmpolitik:

drop-out-cinema- Gründer Jörg van bebber

Drop-out cinema-Verleih gegründet!


------------------





Auf Einladung von Béla Tarr haben sich Festival-Verantwortliche von Cannes und Berlin sowie Arte-France-Chef Michel Reilhac bei einer Pressekonferenz für die Verteidigung des ungarischen Kinos eingesetzt. News »

--------------------

Welche Filme laufen wo im Saarland

Film und Kinosuche im Saarland

-------------------

Die Kinowerkstatt St. Ingbert wird gefördert von:


















------------------


Das Programm der Cinemathèque Luxemburg!
-----------------
Zitat der Woche:
"Wenn wir einen Film von Kaurismäki gesehen haben, sind wir jedesmal wieder froh!" (Ulrich und Erika Gregor im Interview)
-----------------
Buch - Tipp!

---------------

Online - Kino



Im "online-Kino" sind Filme zu sehen, die nicht im Kino gezeigt werden dürfen!